Das vielseitigste Objektiv in der Kameratasche

Linus BergmanTechnologie und Know-how24 Feb. 20254 Minuten Lesezeit
Linus Bergman | Nikon magazine

Nikon Creator Linus Bergman stellt das neue NIKKOR Z 50mm f/1.4 auf die Probe

Der Autodidakt Linus Bergman ist bekannt für seine meisterhaften Einsatz von Farbe und Licht – sei es in Bildern der skandinavischen Landschaft, Straßenporträts oder Werbekampagnen für Kunden wie Red Wing Shoes. Das Nikon Magazin forderte Linus heraus, die Vielseitigkeit des NIKKOR Z 50mm f/1.4 mit seiner Zf zu testen. Lest weiter, um seine Tipps für alle zu entdecken, die zum ersten Mal ein klassisches Festbrennweiten-Objektiv in die Hand nehmen.

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Linus Bergman

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Das steckt in der Kameratasche
Linus Bergman | Nikon magazine

„Als ich um eine Ecke bog, entdeckte ich ein wunderschönes Reh. Wir starrten uns an, bis gerade noch genug Zeit blieb, den Moment festzuhalten. Dieses Foto ist roh und authentisch und fängt die stille Verbindung zwischen uns ein.“ 50 mm, 1/4000 s, f/4.5, ISO 640

Was macht ein 50-mm-Objektiv so vielseitig?

Linus Bergman: Das 50-mm-Objektiv hat bei Fotograf:innen aus gutem Grund Kultstatus erlangt. Seit jeher ist es die erste Wahl für alle, die ein Objektiv für verschiedene Aufnahmestile benötigen – von der Porträt- bis zur Streetfotografie. Seine Vielseitigkeit liegt vor allem an dem Blickwinkel, der dem natürlichen Sichtfeld des menschlichen Auges sehr nahe kommt. Diese „lebensnahe“ Qualität ermöglicht es, Szenen mit einer Ehrlichkeit und Einfachheit wiederzugeben, die Fotograf:innen seit Jahrzehnten zu schätzen wissen. Ich persönlich habe während meiner gesamten Laufbahn eher mit 35 mm fotografiert. In letzter Zeit habe ich jedoch die 50-mm-Brennweite mehr und mehr zu schätzen gelernt. Der Bildausschnitt ist etwas enger als bei 35mm. Das hilft mir, mich stärker auf Details und einzelne Elemente in der Szene zu konzentrieren – ohne dabei die natürliche Perspektive zu verlieren.

Linus Bergman | Nikon magazine
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„Ich bin schon unzählige Male an diesem Spiegel am Straßenrand vorbeigegangen. Er ist dort positioniert, um Verkehrsteilnehmenden zu helfen, die Straße zu sehen. Er spiegelt aber auch die Landschaft interessant wider. Die Platzierung wirkt fast skurril. Ich wollte sie in einem Selbstporträt festhalten, in dem sich Mensch und Natur in einem Bild verbinden.“ Links/oben: 50 mm, 1/500 s, f/4.5, ISO 320. Rechts/unten: 50 mm, 1/250 s, f/4.5, ISO 640

Was ist das Besondere an diesem Objektiv?

An der Nikon Zf ist dieses 50-mm-Objektiv ein Traum. Es liegt robust und wertig in der Hand, was mir Vertrauen in die Verarbeitung und Langlebigkeit gibt. Ich mag das Gewicht – es fühlt sich an wie ein Werkzeug für Profis, das zuverlässig hochwertige Ergebnisse liefert. Zusammen sorgen die Zf und dieses Objektiv für eine perfekte Balance, die das Fotografieren noch angenehmer und letztlich lohnender macht.“

„Mit weichem Licht und unberührten Landschaften bot mir der frühe Morgen auf dem schwedischen Land die perfekte Kulisse. Hier habe ich die Ruhe des Moments eingefangen – mit minimaler Bearbeitung, um die natürlichen Farbtöne zu bewahren.“ Von links nach rechts: Früher Morgen: 50 mm, 1/1000 s, f/4.5, ISO 320; Wild und Landschaft: 50 mm, 1/4000 s, f/4.5, ISO 640

Was sind die Vorteile einer lichtstarken 50-mm-Festbrennweite?

Festbrennweiten sind aus vielen Gründen meine erste Wahl. Die vermeintliche „Einschränkung“ einer festen Brennweite wird mit der Zeit tatsächlich zu einer Stärke. Da man mit einer Festbrennweite den Bildausschnitt nicht zoomen kann, bewegt man sich automatisch mehr und setzt sich aktiver mit der Umgebung auseinander. Dadurch verbessert sich das Gespür für Bildkomposition. Eine lichtstarke 50-mm-Festbrennweite ist besonders vielseitig: Sie ermöglicht Aufnahmen bei wenig Licht, erzeugt ein wunderschönes Bokeh mit geringer Tiefenschärfe und erlaubt die kreative Steuerung der Hintergrundunschärfe. Langfristig betrachtet helfen diese Eigenschaften dabei, bewusster zu fotografieren. Man arbeitet aufgrund der Einschränkungen gezielter und durchdachter.

„Um eine längere Belichtungszeit zu testen und zu sehen, wie gut das Objektiv schnelle Bewegungen einfängt, habe ich meinen Bruder bei einem Wheelie fotografiert.“ Das Ergebnis gab mir einen gutes Gefühl für die Fähigkeiten des Objektivs bei bewegungsintensiven Aufnahmen. Diese Aufnahme entstand mit Blende f/16 und einer Belichtungszeit zwischen 1/60 und 1/40 Sekunde.“

Wie würdest du es idealerweise in deiner eigenen Arbeit einsetzen?

Für meine Arbeit ist das 50-mm-Objektiv meine erste Wahl für intime Szenen und detailreiche Aufnahmen.“ Ich verwende es in erster Linie für kleinere Kompositionen. Es eignet sich aber ebenso gut für weite Landschaften oder Lifestyle-Bilder, wenn man nur ein oder zwei Schritte zurückgeht. Da ich jahrelang ein 35-mm-Objektiv verwendet habe, muss ich mich daran gewöhnen, mit dem 50-mm-Objektiv zu arbeiten. Diese Umstellung eröffnet neue Perspektiven und macht das 50 mm zu einem vielseitigen Werkzeug für meine Art des Storytellings – egal, ob es um Nahaufnahmen oder Landschaften geht.

Welche Tipps würdest du Einsteigern:innen geben, die ein 50 mm als ihr erstes Festbrennweitenobjektiv verwenden?

Als ich zum ersten Mal ein 50mm-Objektiv in die Hand nahm, fühlte es sich sofort intuitiv an – es spiegelt fast genau unser natürliches Blickfeld wider. Für Einsteiger:innen ist es die perfekte Brennweite für schnelle, spontane Aufnahmen. Da es keinen Zoom gibt, lernt man automatisch, sich selbst zu bewegen, um die beste Perspektive zu finden – quasi „Zoomen mit den Füßen“. Diese Übung hilft, die Möglichkeiten der Kamera zu verstehen und schult mit der Zeit das Auge für die Komposition. Beim Experimentieren mit den verschiedenen Blendenöffnungen des 50-mm-Objektivs lernt man auch, wie man die Tiefenschärfe steuert. Das ist für die kreative Fotografie unerlässlich.

Linus Bergman | Nikon magazine
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„Wer mich kennt, weiß, dass ich Oldtimer liebe. An diesem Morgen war ich mit meiner Nikon Zf und einem 50-mm-Objektiv unterwegs. Dieser alte Volvo fiel mir in der Stadt beim Spazierengehen ins Auge.“ 50 mm, 1/4000 s, f/4.5, ISO 320

Deine Arbeit umfasst Landschaften, Innenräume, Produktaufnahmen und Streetfotografie. Hast du ein Lieblingsgenre? Was verbindet diese verschiedenen Stile in deiner Herangehensweise?

Ich liebe die Vielfalt, die das Fotografieren mit sich bringt. Im Laufe der Jahre hat sich mein Fokus von Architektur über Landschaften bis hin zu Porträts entwickelt – jedes Genre mit seinem eigenen Charme und seinen eigenen Herausforderungen. Die sozialen Medien können einzelne Themen für eine Weile übersättigen. Deshalb muss ich flexibel bleiben. Ich habe festgestellt, dass Projekte, bei denen ich einzigartige Orte entdecke und mit interessanten Menschen vor der Kamera arbeite, besonders bereichernd sind. Sie vereinen oft Elemente aus vielen Stilrichtungen. Mein Ansatz bleibt konsequent: Ich möchte eine Szene oder ein Motiv so natürlich wie möglich einfangen, aber mit einer neuen Perspektive. Wenn ich mich in einer atemberaubenden Landschaft oder einer pulsierenden Stadt befinde, fotografiere ich oft unbeschwerter – einfach aus der Freude am Moment. Die Arbeit mit Menschen bringt oft professionellen Druck mit sich, aber sie ermöglicht es mir auch, meine verschiedenen Interessen zu verbinden. Das hält meine Arbeit herausfordernd, aber auch spannend! Ich versuche, mit meiner Zf so zu fotografieren, wie ich mit einer alten Kleinbildkamera fotografieren würde. Das macht den Prozess unkompliziert – ich verlasse mich dabei ganz auf mein Bauchgefühl. Mein Bearbeitungsstil orientiert sich an einer natürlichen Ästhetik, die an Analogfilm erinnert – allerdings mit einem modernen, kraftvollen Touch. Für diese Aufnahmen habe ich mein kürzlich veröffentlichtes ÅÄÖ-Voreinstellungspaket verwendet, auf das ich bei etwa 95 % meiner Bilder vertraue. Es hilft mir, in meiner Arbeit die perfekte Balance zwischen Authentizität und Ausdruckskraft zu finden.

Linus Bergman | Nikon magazine
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„Dieser kleine Laden auf dem Land hat eine beeindruckende Sammlung an alten Magazinen, Möbeln und Deko. Der gemütliche Innenraum zeigt ein bisschen Nostalgie, die ich in meiner Arbeit gerne vermittle.“ 50 mm, 1/250 s, f/4.5, ISO 320

Was steht in den kommenden Monaten bei dir an? Gibt es Projekte, von denen du uns erzählen kannst?

Ich plane, auf die Lofoten zurückzukehren, um ein Langzeitprojekt fortzusetzen, an dem ich seit sieben oder acht Jahren arbeite. Jede Reise dorthin bietet neue Inspirationen und die Gelegenheit, der Serie eine weitere Facette hinzuzufügen (ohne zu viel darüber zu verraten).

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